14 März, 2006
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Dolomiten Tour Juni 2005


Diese Tour war eine Premiere besonderer Art, denn Susi auf der höllenmäßigen CB 500 in der für Fußrasten-Kratzer typischen Lackierung "Funkensprüh-Orange" war zum ersten mal mit von der Partie in den Dolomiten.  
   
Da ich zu faul und mit der Ausarbeitung der Tagestouren auch völlig ausgelastet war, hat der geneigte Leser folgende Tour-Zusammenfassung eben dieser Susi zu verdanken, die bei fast jedem Stop unterwegs Protokoll geführt hat:  
     
Anfahrt Samstag, 18. Juni:
... hoffentlich hält das Wetter ?
   
Los ging es in aller Herrgottsfrüh um 8 Uhr, denn der Tag drohte lang zu werden. Das Wetter war optimal für eine Anreise auf dem Motorradl, nicht zu warm, nicht zu kalt.    
Die Moppeds standen betankt, bepackt, mit Pickerl (10-Tage knapp 4 €) beklebt im Hof und harrten auf die Losfahrt.
Gepäcktechnisch hatte ich die schlanke Variante gezogen, mein Ritter der Straße opferte sich mitsamt seines Gefährtes als mein Packesel und hatte so mit 2 Seitenkoffern und einem Topcase das Nachsehen. Maciej fuhr ebenfalls mit kleinem Gepäck, ein kleines Gepäckröllchen als Sozius und ein Topcase (der ominöse Inhalt stellte sich später als Reserveöl-Flasche bei evtl. öldurstiger GS heraus) zierte sein Mopped. Ich ging gepäcktechnisch sozusagen leer aus, als Alibi hatte ich mir zumindest einen Tankrucksack aufgeschnallt. Meine vehementen Proteste, mir doch auch was von dem Gepäck zu geben, wurden lapidar mit „du hast doch nur 60 PS“ abgetan.....nun gut.... außerdem war mir doch reichlich mulmig in der Magengrube zumute ob der potentiellen Anstrengung in meinem Kampf gegen den Wind (die beiden Herren der Schöpfung vergraben sich auf der Autobahn hinter ihren Windschutzscheiben...meiner einer hat hier das Nachsehen).
   
Nach diversen guten Wünschen der Zurückbleibenden wie „fahrt vorsichtig“ machten wir drei uns dann auf in unseren Dolomiten-Urlaub.    
Los ging es von Mannheim via A6/A5 und schon bei Karlsruhe bremsten Brückenarbeiten unseren guten Fluß....Kaum überwunden, drohten wir in den nächsten Stau hinein zu geraten: die Abfahrt zur A8 war zumindest im einsehbaren Bereich dicht bestückt mit Autos.
Aber dank Maciej und seiner Ortskenntnisse (was sich im weiteren Verlauf noch als grandios nützlich herausstellen sollte...) wurden wir über Karlsruher Vororte um diesen Stau herum gelotst. Die Fahrt ging dann im weiteren Verlauf flüssig und ereignislos-öde über Stuttgart- Ulm, Richtung Füssen/Reutte und Österreich-Grenze zum Fernpaß. Nach einem kleinen stärkenden Zwischenstopp und einer leicht verwolkten Aussicht auf die Zugspitze ging es weiter Richtung Brennerautobahn (allmählich kamen dann am Horizont die ersten Alpengipfel zum Vorschein).
   
Die Brenner-Passage (8 €/Motorrad) war ebenfalls gänzlich staufrei und nach einem kurzen „nütz die günstigen österreichischen Spritpreise und rauch eine Zigarette Päuschen“ ging es dann weiter in’s gelobte Kurvenland Italien.    
In Sterzing dann alla hopp! runter von der Autobahn (für ca. 800m Autobahnbenutzung zahlten wir dann doch 1€!), kurzer Lagecheck ob noch genügend Kräfte (insbesondere bei mir) vorhanden waren und ab Richtung Penser Joch.    
In Corvara schnelle Durchfahrt, denn inzwischen tat uns allen geringfügig der Hintern weh...
Aber Maciej zauberte aus seinen Nähkästchen noch eine grandios-witzige Fahrt über ein enges Sträßelchen: Wangen...Callabo.... Doch dann kam Ponte Gardena in Sicht und flugs ging es dann links ab Richtung Laien.
Und da war sie..unsere Heimat für die nächsten 6 Tage:
Nach 600 km kamen wir um 18.15 Uhr noch erstaunlich frisch in der Hubertusstube (www.hubertus-stube.com) an.
   
     
Erster Tag vor Ort, Sonntag, 19. Juni:
...der Berg ruft...
   
Und wieder frühes Aufstehen (der Urlaub drohte nix für Morgenmuffel zu werden)
um 8.00 Uhr war Frühstück angesagt....aber morgens war es noch kühl und die Straßen leer. Das Wetterchen war traumhaft... und so machten wir uns auf die Reifen.
   
Nur...der Tank verlangte nach Befüllung! Jetzt find mal einer in Italien am Tage des Herrn eine Tankstelle...eine Tankstelle mit einem lebenden Wesen, welcher gewillt wäre, dir gegen einen geringen Obulus Kraftstoff in den Tank zu füllen....NIX WAR’S: Anfänglich hatten wir noch alle Hoffnungen in Richtung Bozen an der Schnellstraße 12 eine solche Einrichtung zu finden, nach 40 km schwand diese Hoffnung und so nahmen wir den ersten Kontakt mit einer Automaten-Tanke auf.... Marc tat seinen Unmut ob solch einer Einrichtung mit Nachdruck kund, doch was half es...wir MUSSTEN tanken. So gaben wir dem Automaten mal vorsichtig ein Scheinchen zu fressen....und siehmaleinerguck: es funktionierte!    
Doch durch dieses Happening mußten wir dann wieder ein kl. Stückchen zurück, um dann via Steinegg eine kehrenreiche (16 Kehren auf ca. 5 km) und nicht ganz übersichtliche Strecke, die sich auch noch durch eine relative Hoppeligkeit auszeichnete Richtung Passo Lavaze den Tag endlich in Angriff zu nehmen. Dennoch fanden wir alle drei diese Strecke sei ein würdiger Beginn des ersten Tages (auf meiner persönlichen Sympathie-Skala (SS) hatte diese witzige Fahrt immerhin ein +++ erhalten)    
Die Auffahrt zum Lavaze ist richtig fein (SS ++), die Straßen waren gut und auf der Lavaze-Passhöhe empfing uns ein kleiner See und....... viele Mücken. Weiter ging es nach einem Päuschen Richtung Tesero, Predazzo, Bellamonte und Passo di Rolle. Und dann die Katastrophe:
5 Millionen Fahrrad-Fahrer !!!!, alle mit Startnummern. So folgerten wir fluggs: das ist ein Straßenrennen! Stimmte auch, kam man an einem Pulk vorbei, tauchte nach der nächsten Kurve mit Sicherheit ein weiterer keuchender Vertreter dieser Sportgattung auf, es hörte einfach nicht auf.... wir überholten was das Zeug hielt...ungeachtet irgendwelcher Verkehrsvorschriften, um die sich die Radler nämlich auch nicht scherten und gaben dann doch frustriert auf. Auf einem eklig-schottrigen Parkplatz zollten wir den Radlern unsere (Ver-) Achtung und bewarfen sie gedanklich mit Kraftausdrücken, das gleiche taten wir auch mit den Veranstaltern, ob der Tatsache, dass bei einem solchen Rennen die Strecke für den „normalen“ Verkehr nicht gesperrt wurde
(„DAS hätte es bei uns in Deutschland NIIIIIIE gegeben....“). Inzwischen habe ich erfahren, dass das die Transalp-Rundfahrt war, ein Amateurrennen über diverse Pässe der Dolomiten, so dass wir uns im Nachhinein glücklich schätzen konnten, nur diesen einen Kontakt mit dieser Gattung der Zweiräder gehabt zu haben.
   
Aber wir hatten ja Maciej und seine Ortskenntnisse, so dass wir als Alternative für den verhunzten Rolle-Paß von diesem abbogen und uns via PassoValles (wahrlich KEINE schlechte Alternative, neinneinnein,    ganz im Gegenteil! SS++) Richtung Falcade bewegten. Dann ein etwas ödes Stück (denn da gab’s keine Kurven!) nach Cendenighe/Agordino, dann ging es weiter Richtung Norden über Alleghe (zu Marc’s Leidwesen keine Pause bei einem Cafe am See) zum Passo Giau.    
Oben angekommen: Marc und Maciej strahlen, ich stinkig! Des einen Freud, des anderen Leid....es lief beschissen ! Ich kam an diversen Bussen und Wohnmobilen nicht vorbei und zudem klappte alles nur reichlich unflüssig ...aber ein guter Apfelstrudel (der Beste im gesamten Urlaub, mit Pinienkernen...hmmm lecker) richtete auch meine Laune langsam wieder ein, zudem bekam ich tröstenden Zuspruch von meinem beiden Männern.    
Und so verbrachten wir bei herrlichem Sonnenschein eine Weile mit Angucken der anderen Motorräder (die es dort doch sehr zahlreich gab), photographierten wild die herrliche Aussicht und Maciej bekam dann auch noch ein Schmankerl zu sehen...eine Sport-GS in einer suuuuuuuuuupertollen Lackierung (na ja...Marc und ich fanden sie nicht so toll ;-), was er wild knipsend auch in diversen Bildern festhielt.    
Die Abfahrt vom Giau Richtung Pocol ist dann leider ein notwendiges Übel (die Straße hat doch einige Schäden), .aber wie sollten wir sonst zum nächsten Paß kommen? Via große Dolomiten-Straße, dann rauf auf den Passo di Falzarego (SS+) mit viel Wind und auf der Paßhöhe nach einem kleinen Stopp weiter auf den Passo di Valporola (SS+) mit vereinzelten doch etwas gewöhnungsbedürftigen holprigen Strassenabschnitten. Via La Villa/Stern, Richtung Corvara, dann rauf auf das Grödner Joch (SS+++) mit genialer Aussicht und genauso genialer Kurvenführung.. (der unglaublich langsam fahrende Berliner wurde von Marc und Maciej nur mit einem kurzen Gasgriff-Drehen bedacht, ich hatte etwas länger das Vergnügen mit diesem Vertreter der Flachland-Bevölkerung). Das notwendige Übel der Durchfahrt durch Wolkenstein, Sta. Christina und St. Ullrich auf der Heimfahrt nach Laien wurde mir versüßt, indem ein Carabinieri-Auto mit Argusaugen das Einhalten der 50 km/h bewachte....
   
     
Zweiter Tag, Montag, 20 Juni:
...Laßt uns die 300 km knacken...
Das Problem mit dem Tanken hatte sich dank „Montag“ schnell erledigt, eine „lebende“ Tankstelle direkt vor der Haustüre behob das Problem der durstenden Motoren.....    
Es ging los via Castelruth, Seis am Schlern, Fie/Völs über Tires/Tiers (Pech, wenn man da einen Bus vor sich hat....) gen Passo di Nigra (SS+++) (der ehemals „beste Latte Macchiato“ hatte laut der beiden Insider M&M erheblich an Qualität verloren...was jedoch der wunderschönen Auffahrt und der grandiosen Aussicht auf den Rosengarten keine Abbruch tat). Flugs abgebogen auf den Karerpaß (SS+++), Richtung Vigo. Auf der 48 Richtung Canazei konnten wir uns bereits mental auf den Pso.di Feidaia (SS+++) einstellen. Auf der Paßhöhe am Fuße der Marmolda beschloß ich, dass dies MEIN Paß sei! Würd ich kaufen, glatt!    
Abfahrt Richtung Rocca, Alleghe, Cenenighe/Agordino, Agordo, wieder aufwärts auf den Forc. Aurine und den Pso. Cereda (SS+), womit wir den südlichsten Punkt des Tages erreichten. In Fiera d. Primiero wieder nach Norden über den Passo di Rolle läuteten wir langsam die Heimreise ein. Dann vom Rolle-Pass rechts ab auf den Pso di Valles, Richtung Passo di Pellegrino (SS+), der sich uns doch reichlich eng präsentierte. In Moena dann ein wenig Augenshopping (der Ort könnte auch Mondäna heißen....), schlossen wir den Kreis in Vigo und mit dem Karerpaß. Via große Dolomitenstraße durch das Eggental (SS+++), einer engen, kurvigen Straße durch eine Schlucht, Richtung Bozen. Dann ging es immer an einer steinigen Wand lang, genial-kurvenreich (SS +++) via Fie/Völs und Castelruth wieder zurück nach Laien mit 302 km im Gepäck. Wir hatten sie also geknackt, die 300er-Grenze    
     
Dritter Tag, Dienstag, 21. Juni:
...a long day running...
Wieder morgens früh raus, nach kurzem Tankstop (der Tankstellen-Mensch sprach uns bereits mit Ciaou an), via Landstraße Richtung Eggental/große Dolomitenstraße und Karerpaß (ein wirklich sehr hübscher türkisblauer See mit einem phantastischen Panorama- allerdings fanden das auch ca. 20 Reisebuss-Insassen!), Richtung Vigo und Pozza di Fassa nach Canazei. So begannen wir die Sella-Ronda mit Sella-Joch (SS+++) (die Welt ist klein, denn dort oben trafen wir 2 Mannemer und einen Hepprummer), Grödner-Joch (SS+++), Passo di Campolongo (SS +++), Passo di Pordoi (Kühe! Auf der Straße! Dank deren Exkremente waren die Straßen dann kurviger als es die Karte eigentlich glauben ließ) wieder nach Canazei zurück. Flugs über den Fedaia (sollte ich bereits erwähnt haben, dass dies ein wunderschöner Paß ist?), Richtung Passo di Staulanza (SS +). Am Himmel bahnten sich langsam die ersten Wolken an, am Passo Duran (SS+) entluden sie sich dann. Günstigerweise jedoch gerade als wir die Paßhöhe überfuhren, denn da war ein kleiner Unterstand, in den wir uns reinretteten (und mit uns noch 10 andere Moppedfahrer), mutig fuhren wir dann ohne Regensachen weiter Richtung Agordo nachdem die Nässe von oben nachgelassen hatte, dann Forc. Aurine und Passo di Cereda (in brütender Hitze und trockenen Fußes bzw. Reifen) und in Fiera di Primiero dann wieder auf den Passo di Rolle, nach Predazzo, Moena, Vigo, über den Karerpaß, in Richtung Eggental.    
Auf der Abzweigung Richtung Landstaße dann die Kathastrophe, aber das soll Marc erzählen......
Da am Dienstag in der Hubertusstube Ruhetag ist, war bereits am Morgen die Entscheidung gefallen, in Klausen in einer Pizzeria den Tag zu beenden. Und so fielen wir nach 380 km reichlich müde in der Pizzeria Walter von der Vogelweide ein.
Vollkommen gesättigt und zufrieden ging es dann im Dunkeln nach Laien zurück.
   
     
Vierter Tag, Mittwoch, 22 Juni:
...Mann, ist das heiß oder im Westen nix neues...
Wir hatten am Abend zuvor den Beschluß gefaßt , dass wir nun auch mal den Westen erkunden wollten und so machten wir uns von Laien via Landstraße 12 Richtung Bozen auf. Unterwegs hatten wir Marc irgendwo zwischen Laien und Bozen verloren, es stellte sich dann heraus, dass er lebende Bewohner in seinem Helm hatte...und da dies kein feines Gefühl war, hatte er versucht die Ohrklammern, die über Nacht Domizil in seinem Hut bezogen hatten und sich nun ob der drohenden Räumungsklage flugs in den Innenauskleidungsfurchen verschanzten, mittels Zigarettenrauch auszuräuchern bzw. aus ihrer Übergangsbehausung zu vertreiben, was dann auch gelang.
Nach einem kurzen Schlenker über die Autobahn ging es dann gleich wieder auf die Landstraße Richtung Mendelpaß (SS-).
   
Meiner Meinung nach eigentlich ein ganz hübscher Paß, wäre da nicht der dichte Verkehr und die Baustelle in einer Kehre gewesen: So präsentierte sich uns dort just das tiefe Innenleben einer noch nicht geteerten Straße mit einer ca. 100 m langen Schotterstrecke. Oben auf dem Paß beschlossen wir, dass dies zwar ein weiterer Paß auf unserer Liste gewesen sei, wir aber nicht den unbeherrschbaren Drang verspürten diesen Paß erneut zu fahren. Nach einer kurzen Kaffeepause auf dem Paß und einem Gespräch mit 2 Motorradfahrern, die auf der Durchreise nach Cannes waren, setzten wir den Weg Richtung Fondo zum Gampenjoch (SS+) fort. Auf der Runterfahrt hatte ich einen kurzen Blickkontakt mit einem Rehkitz, das gemütlich am Fahrbahnrand stand und sich nicht entschließen konnte, in welche Richtung es weiterlaufen wollte, sich aber dann dank heftigen Hupens wieder in den Wald trollte. Auf halber Abfahrt drehten wir dann wieder rum, um Richtung Fondo, Revo, Male den Passo Campo Carlo Magno (SS++) in Angriff zu nehmen. Die Durchfahrt durch Madonna di Campilio gestaltete sich unspektakulär und weiter ging es über Carisolo, Pinzolo, Tione di Trento, Stenico, Vezzano, Richtung Trient. Inzwischen brüteten wir in unserem eigenen Saft, es war unglaublich heiß und dieses Gefühl fand auch sein lesbare Bestätigung in Form einer digitalen Temperaturanzeig an einer Apotheke: 42°C im Halbschatten! Die Durchfahrt durch Trient war, sagen wir mal etwas unorthodox, auf jeden Fall verfolgte uns das Schild „Centro di Trentino“ auf einigen Kilometern, aber endlich fanden wir dann die richtige Abfahrt und machten uns Richtung Baselga do Pine, Bedollo, Sover, Castello Molina di Fiemme und Cavalese Richtung Passo di Lavazze auf. Glücklicherweise ging es wieder etwas nach oben, die Temperaturen waren dennoch weiterhin backofengleich. Via des wunderschönen und kühlen Eggentales ging es dann wieder über die Landstraße 12 nach Laien. Und ohne es so richtig zu merken hatten wir wieder 370 km unter den Reifen gehabt.    
     
Fünfter Tag, Donnerstag, 23.Juni:
...the drifting day....
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir erneut reichlich früh von Laien aufbrachen. Via St. Ullrich, Wolkenstein ging es dann Richtung Sellajoch, welches wir dieses mal nicht mit einer Pause beehrten, sondern zügig Richtung Canazei überquerten. Es zog uns erneut zum Pso. di Fedaia und nach einer prolongierten Pause in dortigen Refugio di Marmolada mit einer phantastischen Aussicht auf die Marmolda ging es dann Richtung Pso di Falzarego. Auf der Abfahrt vom Fedaia genoß ich dann gleich mehrmals das unbeschreibliche Gefühl eines rutschenden Hintereifens und auch Matcij hatte so seine Aha-Erlebnisse.    
Nur Marc zog unbeeindruckt seine Kreise...... Auf dem Passo di Falzarego angekommen, hatte Marc die zündende Idee, dass wir uns mittels einer Gondelfahrt auf den Monte Lagazuoi um weitere 500 Höhenmetern über die schon von der Paßhöhe beeindruckende Aussicht erheben könnten. Taten wir dann auch und für ca. 11€ hatten wir eine wunderbare Aussicht über die dortigen Gipfel ...und anschließend einen Sonnenbrand! Weiter ging es dann über den Passo di Giau (die Anfahrt von dieser Richtung erschien uns allen als nicht wiederholungsbedürftig (SS-), auch weil erneut etwas Reifenschlingern angesagt war) zurück zum Passo di Fedaia. Via Canazei und Pozza machten wir uns dann wieder auf gen Karerpaß und Passo di Nigra auf die Socken. Und weil die Strecke „ an der Wand lang“ über Tiers, Völs, Seis am Schlern bereits von uns als „schön“ eingestuft war, fuhren wir sie erneut...um dann wieder in Laien anzukommen. Und alles in allem waren es an diesem Tag 250 km.    
     
Sechster Tag, Freitag, 24. Juni:
Nehmen wir die Regensachen mit? Ach nöö, brauchen wir doch nicht...
Morgenstund hatte auch an diesem Tag Gold im Mund und so ging es von Laien über die Landstraße 12 Richtung Steinegg. Dort oben konnte ich Marc dazu bewegen, doch einmal das unbeschreibliche Fahrgefühl meines Moppedls auszutesten und nach einer kurzen Trink-und Rauchpause nahmen wir dann den Karerpaß mal wieder ins Visier. Über Forno ging es dann zum Rollepaß und nach einer wunderbaren Auffahrt auf die Paßhöhe gönnten wir uns zur Belohung etwas zu trinken und hielten die Gesichter in die Sonne, die vereinzelt tief hängenden Wolken ignorierten wir gediegen.    
Aber aber .....auf der Abfahrt vom Rollepaß erwischte es uns dann doch: Regen und Hagel bremsten unsere Fahrt, so dass wir spontan entschieden , uns via Passo di Valles langsam Richtung Heimweg zu machen. Bereits angenäßt und bei strömenden Regen retteten wir uns auf der Paßhöhe des Valles-Passes in das dortige Gasthaus mit imho dem besten Latte macchiato des gesamten Urlaubes. Nachdem der Regen langsam nachließ ging es dann via Predazzo, Castello und Ora Richtung Bozen. Bei der Durchfahrt von Ponte Gardena erschien das Wetter wieder etwas zuverlässiger zu sein, so dass wir noch einen kleinen Abstecher über den Panider Sattel (SS++) Richtung St. Ullrich einbauten und uns dann nach 230 km wieder in Laien einfanden.
Beim Abendessen wurden wir dann mit einer Light-und Flash-Show des abendlichen Gewitters belohnt und beglückwünschten uns umgehend ob der Tatsache, dass wir nunmehr im Trockenen saßen.
   
     
Samstag, 25. Juni:
leider der Abreisetag...
Aber auch dieser Urlaub hatte sein unvermeidbares Ende.....und so machten wir uns gegen 10 Uhr nicht so ganz froh gelaunt auf die Heimreise.
Die auf der Hinfahrt so locker gefahrenen Kilometer machten insbesondere mir reichlich Probleme. Aus anfänglich ungeklärter Ursache hatte ich große Probleme mit Windturbulenzen am Helm, es wurde dann wesentlich besser, als ich den Tankrucksack ein wenig anders positionierte, aber windig war es noch immer....und es war schrecklich heiß.
   
Da sich vor der Brenner-Maut ein Stau anbahnte, wurde rasch entschieden, die Alternativ-Route über die„alte Brenner-Straße“ zu nehmen, was sich zumindest bis nach dem Überwinden einer Baustellenampel als Fehler herausstellte: Wir brutzelten in unserem Saft in sengender Sonne und zähem Stop-and-go.
Die zähe Strecke zwischen Brenner und Fernpaß überwanden wir auch irgendwie, und über den Fernpaß ging es eigentlich auch ohne weitere Probleme.
Die Durchfahrt durch Österreich war ereignislos öde und als wir dann endlich die deutsche AB erreichten, mußten wir uns, dank meiner Windprobleme auf eine Geschwindigkeit zwischen 120 und 130 km/h einpendeln.
   
Und irgendwann gerieten wir dann doch in Regen, so dass wir einen Parkplatz zum Anziehen der Regensachen nutzten. Für mich ein fataler Fehler, denn bisher hatte ich die Kombi noch nie bei Geschwindigkeiten jenseits 80 km/h angehabt.
Und die Physik schlug ungehindert zu. Ich fuhr mit einer aufgeblasenen Kombi durch die Gegend, der Fahrtwind riß an mir....und meine Kräfte gingen allmählich auch dank des Hitzestaus innerhalb der Kombi zur Neige, so dass wir zu einem erneuten Zwischenstop gezwungen waren; die Kombi flog mal gleich in den dort befindlichen Mülleimer und in meinen Mund flog ein halber Stapel Traubenzucker...und ganz allmählich kamen die Kräfte wieder zurück.
In Rücksichtnahme auf mich fuhren wir dann weiterhin etwas verhalten langsam Richtung Heimat.
Mit jedem Kilometer wurde es waschküchenähnlicher, aber wir blieben wenigstens trocken.
   
Um 18.30 Uhr waren wir dann endlich daheim.... Summa sumarum hatten wir 2954 km absolviert und die spürten wir nun mit voller Vehemenz in unseren Hintern und so bleibt als Resumee nur zu sagen:    
     
ES WAR GENIAL !!!