26 September, 2010
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Grauschnabels Zubehoer
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Verliebt in Südtirol

   
Zunächst war Südtirol und Dolomiten "nur" ein Motorradgebiet, mittlerweile ist es für uns sehr viel mehr, sowas wie ein zweites Zuhause, das man am liebsten zu seinem ersten Wohnort machen würde.    
Wie ich auf Südtirol kam, weiß ich nicht mehr so genau. Mag sein, daß ich es einfach irgendwo im Netz aufgeschnappt hatte oder darüber in irgendeiner Zeitschrift gelesen hatte.  
Das Einzige, was ich noch recht genau weiß, ist, wie mir ein Motorrad-Kumpel erstens den Ort Lajen als Standort empfahl und mir zweitens prophezeit hatte: "Glaub mir, Du wirst Südtirol lieben !"
Er hat Recht behalten, und wie.    
Ich weiß noch, als ob es gestern gewesen wäre, wie ich auf der Brenner-Autobahn eine Gänsehaut nach der anderen bekam, als ich vom Mopped aus die gewaltigen, schneebedeckten Berge sah, die so nah schienen und deren Befahren so viel tolle Zeit in Anspruch nehmen sollte, wie ich später gelernt habe.    
Die nächste tolle Erfahrung war und ist heute immer wieder "unsere" Hubertusstube. Das betrachte ich heute noch als einen Glücksgriff, daß ich dieses Hotel am Fuße des Ortes Lajen übers Internet gefunden habe. Wie oft wir mittlerweile dort zu Gast waren, weiß ich nicht mehr, aber wohl, daß wir immer wieder dorthin wollen. Wenn wir da ankommen, fühlt es sich mittlerweile nicht mehr nur wie ein Hotel an und den Menschen dort fühlen wir uns sehr freundschaftlich verbunden. Und das Essen dort, sag ich Euch...    
Warum wir uns in Südtirol so heimisch und schlicht so sauwohl fühlen, kann ich nicht so recht erklären, wahrscheinlich ist es die Kombination mehrerer Faktoren mit einem Schuß gewöhnlicher Verklärung, wie jemand auch von "seinem" Campingplatz schwärmt, den er seit Jahrzehnten ansteuert:    
Da war zunächst einfach mal das grandiose Motorradgebiet, das Südtirol zu bieten hat. Es gibt wohl kaum eine andere Region in den Alpen, die auf diesem engen Raum so viele Pässe zu bieten hat. Von Paß zu Paß sind es meistens wenige Kilometer, man fährt kaum einmal länger als 10-20 Minuten, bis wieder der nächste Paß anfängt. Es sei denn man fährt mitten im August und hat Hunderte von Wohnwagen und -mobilen vor sich...    

Aber je länger man dort "nur" Motorrad fährt, desto mehr schaut man zwischendurch immer wieder die einfach nur schöne Landschaft an. Sehr viel Grün, viel Wald und dazwischen immer wieder diese majestätischen Berge, die diese gelassene Ruhe ausstrahlen, die sich auf einen überträgt, je länger man sie betrachtet.

   
Die Ortschaften haben ebenfalls sehr viel zu bieten, mit den Augen des Urlaubers betrachtet am ehesten mit urig bis putzig zu beschreiben. Die Menschen dort strahlen eine gewisse Gelassenheit und Ruhe aus, die Hektik und Geschäftigkeit, die einen bei uns verfolgt, wird einem dort ganz schnell fremd. Mag sein, daß dieser Effekt teilweise durch uns selbst entsteht, da wir ja dort in Urlaub sind und daher selbst entspannter. Und bestimmt haben die Menschen dort ebenso ihre Sorgen wie wir hier; und trotzdem hat man das Gefühl, daß sie das dort gelassener nehmen und das Leben etwas leichter dahingeht. Vielleicht ist es die viel gerühmte italienische Lebensart, jedenfalls überträgt sich dieses Gefühl auf mich, kaum hab ich den Brenner überquert. Außerdem wird dann schlagartig der Cappucino seines Namens würdig...   [nach oben]
Um dieses Gefühl in sich aufzusaugen, setze man sich in Bozen auf dem Walther von der Vogelweide Platz in irgendein Straßencafe, genieße die Aussicht und schaue einfach den Menschen zu. Unser Favorit ist das Walters, wo man auch sehr lecker essen kann, sowie bei gutem Wetter auch im Winter draußen auf der geheizten Terrasse sitzen kann. Bei einem oder mehreren Cappucini (?) die vielen elegant gekleideten Mittagspäußler anschauen.... netter Zeitvertreib !    
Danach schlendert man zum bekannten Bozener Markt, der gleich um die Ecke jeden Tag stattfindet und erfreut sich an der Farbenpracht der Obst- und Gemüsestände. Da sieht man Sachen, die sieht man bei uns nur in Kochbüchern.    
In der Fußgängerzone unter den Arkaden kann man auch bei schlechterem Wetter schlendern und shoppen, und es ist für jeden Geschmack und Geldbeutel was geboten. Und unbedingt bei Seibstock reinschauen. Ein altes traditonsreiches Feinschmeckergeschäft, wo einem das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn man nur an den Regalen entlangläuft. An der Frischpasta-Theke kann man sich das Abendessen gleich zusammenstellen und mitnehmen, wenn man nicht aufpaßt, gleich für mehrere Tage....    
Der nächste Ort läuft am ehesten unter putzig: Klausen, direkt neben der Autobahn im Eisacktal gelegen. Hat eine sehr schöne Altstadt, die im wesentlichen aus einer einzigen Straße besteht, durch die sich einmal der gesamte Verkehr gequält hat, bevor es die Brenner-Autobahn gab. Heute kaum vorstellbar. Durchs große alte Stadttor aus Richtung Brixen kommend, liegt nach wenigen Metern auf der linken Seite die Pizzeria "Walter von der Vogelweide", ja der Typ ist da recht bekannt, liegt wohl daran, daß er da herkommt. In dieser Pizzeria kann man herrlich schlemmen, die Pizzas da sind weltklasse, aber auch die anderen Gerichte sind klasse. Im Sommer sitzt man auf der Terrasse nach hinten zur Eisack hinaus.    
Läuft man die Straße durch zum anderen Ende, biegt man direkt vor der Brücke über einen Bach nach rechts ab und läuft die Gasse ganz durch bis zu einem laufenden Rad einer Wassermühle, hier befindet sich der Eingang zur nächsten Pizzeria, in der eher Einheimische einkehren. Will man etwas gediegener und teurer speisen, kann ich Euch den kleinen Ort Gufidaun empfehlen. Wenn man in Klausen von der SS 12 Richtung Lajen abbiegt, biegt man unmittelbar vor der Autobahnauffahrt wieder links ab und ist nach ein paar Höhenmetern im Ort. Dort sucht man den Turmwirt auf und genießt die freundliche Gastfreundschaft sowie das lecker Essen. Der Unterwirt im gleichen Ort soll von gleich guter Qualität sein, bisher haben wir es aber noch nicht dorthin geschafft. Noch ein kulinarisches Kleinod scheint dieses zu sein: Ansitz Fonteklaus. Haben wir aber auch noch nicht probiert.    
Ihr seht schon, ein Thema kommt immer wieder: das Kulinarische. Man kann in dieser Gegend einfach auf Schritt und Tritt lecker essen. Selbst an der Würstelbude am großen Parkplatz in Klausen schmeckt die Bratwurst oder die Currywurst einfach leckerer als bei uns, wenn man gleichzeitig auf die Eisack oder hoch aufs Kloster Säben schaut.    
Und überhaupt, Kloster Säben. Thront hoch oben über der Stadt, ist nur zu Fuß in ca. 40 Min. von Klausen aus zu erreichen und lohnt diesen Marsch auf jeden Fall. Oben angekommen hat man einen tollen Blick über Klausen und ins Eisacktal.    
Das war zunächst mal der erste Versuch einer Schwärmerei über Südtirol im allgemeinen und der Gegend um Brixen, Klausen und Bozen im speziellen. Wenn mir weiter was einfällt, werd ich immer mal wieder was reinschreiben. Sollte jemand weitere Fragen oder Tips über diese Gegend haben wollen, freue ich mich jederzeit uüber ePost...